Mittlerweile bin ich schon seit einem Monat wieder da aus Slowenien, doch es immer noch sehr ruhig hier gewesen. Das soll sich nun ändern. Hier kommt der erste Teil des Reiseberichtes.
Die eigentlich Schwierigkeiten begannen aber schon vor der Abreise beim Packen. Für 14 Tage mussten Klamotten, Zelt, Schlafsack und Proviant mitgenommen werden. Noch dazu musste es auch machbar sein, das alles den ganze Tag auch tragen zu können. Anhand einer Packliste habe ich dann das nötigste rausgelegt und schließlich eingepackt. Da ich schon Probleme hatte den Rucksack mit einem Arm hochzuheben, hatte ich schon kein gutes Gefühl, als ich ihn zur Wage trug. 22 Kilo! Entschieden zu viel, um ihn den ganzen Tag zu tragen. Ich reduzierte mein Gepäck als auf das absolute Minimum.
- 1 lange und 2 kurze Hosen
- 3 T-Shirts
- 3 mal Unterwäsche und Socken
- 1 Paar FlipFlops
- 1 Pullover
- 1 Jogginhose
- 1 Regenumhang
- Schlafsack, Isomatte und Zelt
Dazu natürlich noch Waschmittel, Kosmetika, Kochutensilien und Besteck, Schnüre, Klebeband, Reiseführer etc. Das Ergebnis 16 Kilo. Immer noch ganz schön schwer, aber gut. Ich wusste wirklich nicht was ich sonst noch weglassen sollte.
Montag früh gings dann um 7:30 Uhr am Würzburger Bahnhof los. Mit dem ICE fuhren wir über München nach Salzburg, von dort mit der österreichischen Bahn weiter nach Villach in Kärtnen. Mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir um 15:30 an. Unser Ziel war es, an diesem Tag noch bis zum Fuß des Wurzenpasses zu laufen, der uns nach Slowenien führen sollte. So machten wir uns auf den Weg durch die Innenstadt in Richtung südliche Stadtgrenze, um der Bundesstraße zu folgen. Doch kaum hatten wir die Innenstadt verlassen, begann es zu regnen. Wir zogen unsere Regencapes an und schützten unsere Rücksäcke. An einer Tankstelle am Stadtrand fragtenw ir sicherheitshalber nochmal nach dem Weg.
“Die Straße lang gehts schon zum Wurzenpass oder?”
“Ja, immer aufi”
“Wie weit ist es denn noch bis zum Fuß des Passes?”
“So 5 Kilometer”. Dann eine sehr lange Pause, in der uns die Verkäuferin skeptisch musterte. Erst jetzt erkannte sie unsere Wanderbekleidung. “Aber ihr wollt`s da doch net ernsthaft zu Fuß rauf.” Wir bejahten und sie fuhr fort. “Ihr seid`s ja völlig narrisch.”
Was sie damit meinte, sollten wir allerdings erst 2 Kilometer später erfahren. Anfangs verschwand nur der Gehsteig, später gab es nicht einmal mehr einen Seitenstreifen. Der Verkehr bretterte an uns vorbei. Plötzlich macht die Straße einen Knick nach rechts um einen großen Berg herum. Wir folgten ihr. Nach einer Weile kam dann eine Schlucht, über die eine Brücke ging. Die Brücke war gerade so breit das zwei Autos neben einander fahren konnten. Kein Gehweg oder Seitenstreifen. Wir hatten keine andere Wahl als die Stelle zu umlaufen. Nur ein völlig Verrückter wäre bei diesem Verkehr über die 3 km lange Brücke gelaufen. Das hatte die Verkäuferin als mit “narrisch” gemeint.
So mussten wir ein 7 Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen. Derweil wurde der Regen immer stärker. Als wir im nächsten Dorf _……–….— ankamen wurde es immer dunkler. Ein Unwetter zog auf und schon wenige Minuten später blitze und donnerte es. Wir stellten uns am Feuerwehrhaus unter, wo man uns gleich anbot, kurz reinzukommen, um uns aufzuwärmen. Unsere Klamotten waren mittlerweile trotz Regenschutz komplett durch nässt. Nachdem der Regen ein wenig nachgelassen hatte, gingen wir weiter. Wir schafften es bis nach Fürnitz, dem letzten Dorf auf der österreichischen Seite. Es wurde schon dunkeln. Verzweifelnd schauten wir uns nach einer Pension um. An Zelten war nicht mehr zu denken, wir mussten dringend unsere Sachen trocknen. Als wir schon das ganze Dorf durchquert hatten und immer noch keine Pension gesehen hatten, gingen wir in eine kleine Kneipe und fragten die Gäste nach einer Unterkunft. Der Mann zückte sofort sein Handy und rief ein paar Bekannte an und fragte, ob sie noch ein Zimmer frei hätten. Nach drei Anrufen hatte er uns eine Unterkunft organisiert. Der Mann erklärte uns noch den Weg zur Pension, wo wir schon in der Tür von der Wirtin empfangen wurden. Das Zimmer war sehr schön und vor allem trocken! Nach einer heißen Dusche gingen wir in die Kneipe um uns unsere wohlverdientes Bier zu genehmigen. Wir plauderten mit der Wirtin und erzählten von unserem vorhaben zu Fuß nach Zagreb zu laufen. Sie brüllte vor lachen: “Ihr seid`s ja narrisch!” Das hatten wir doch heute schon mal gehört …
Vor dem Zu-Bett-gehen beruhigte sich uns, aber zumindest was das Wetter angeht. “Morgen wirds scho vui besser!” Was das in Kärnten bedeutet, sollten wir allerdings erst am nächsten Tag erfahren.


















































